Stand: 22. Oktober 2026 · jeden Dienstag neu · alle Beträge netto, also ohne Mehrwertsteuer
Der Preis-Radar sammelt jede Woche, was deinen Einkauf teurer macht: Preisbriefe von Lieferanten, Steuern, Termine. Jede Zahl hat eine Quelle mit Datum, Geplantes heißt hier „geplant", bis es beschlossen ist. Was du daraus machst, entscheidest du.
Kurz gesagt
- Spirituosen und Sekt: Die Steuer soll ab 1. Januar 2027 um 20 % steigen. Geplant, noch nicht beschlossen. Der Haushalt 2027 soll am 27. November verabschiedet werden; einen eigenen Termin für das Steuergesetz gibt es noch nicht.
- Cola, Limo, Sirup: Eine neue Zuckersteuer soll ab 1. Juli 2027 gelten, bei Cola mit Zucker 32 Cent je Liter. Geplant, noch nicht beschlossen.
- Coca-Cola ist seit 1. September 2026 teurer, laut Lebensmittel Zeitung im Schnitt um rund 3,5 % (vom Abfüller nicht bestätigt).
- Bier: In den Branchenmeldungen bis 20. Oktober haben wir keine Preiserhöhung einer großen Brauerei für 2027 gefunden. Preisbriefe kommen oft direkt per Post: Schau in deine.
1 · Steuer auf Spirituosen und Sekt: +20 % ab Januar (geplant)
Die Bundesregierung will die Alkoholsteuer, die Schaumweinsteuer, die Steuer auf Zwischenerzeugnisse (Likörweine wie Sherry oder Portwein) und die Alkopopsteuer zum 1. Januar 2027 um jeweils rund 20 % anheben. So steht es im Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes 2027.
| heute | geplant ab 01.01.2027 | mehr je Flasche | |
|---|---|---|---|
| Spirituose, 0,7 l, 40 % vol | 3,65 € Steuer | 4,38 € Steuer | +0,73 € |
| Spirituose, 0,7 l, 37,5 % vol (viele weiße Rums) | 3,42 € | 4,11 € | +0,69 € |
| Sekt, 0,75 l | 1,02 € | 1,22 € | +0,20 € |
Gerechnet mit dem Steuersatz je Liter reinen Alkohol: heute 13,03 €, laut Entwurf 15,64 € (Sekt: heute 136 €, laut Entwurf 163 € je Hektoliter).
Im Glas heißt das: je 4 cl einer 40-prozentigen Spirituose +4,2 Cent, je 2 cl +2,1 Cent, je 0,1 l Sekt +2,7 Cent Einkauf. Das gilt, wenn dein Lieferant genau die Steuer weitergibt. Rundet er auf oder legt eine eigene Erhöhung drauf, wird es mehr.
Laut Entwurf nicht betroffen: Bier (hat eine eigene Steuer, die nicht steigen soll) und Wein (hat keine eigene Steuer).
Wie es weitergeht:
- 9. November: Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags, genau zu diesen Steuern.
- 12. November: Bereinigungssitzung im Haushaltsausschuss, dort fallen die letzten Entscheidungen.
- 24. bis 27. November: abschließende Beratung, am 27. November soll der Bundestag den Haushalt 2027 verabschieden. Einen eigenen Termin für das Begleitgesetz mit den Steuersätzen hat der Bundestag noch nicht veröffentlicht. Eine Verschiebung schließt die Koalition laut dpa nicht aus.
Wir melden hier, sobald abgestimmt ist.
2 · Zuckersteuer auf Cola, Limo und Sirup: ab Juli 2027 (geplant)
Das Bundeskabinett hat am 14. Oktober 2026 die Zuckergetränkesteuer auf den Weg gebracht. Sie soll ab 1. Juli 2027 gelten, der Bundestag muss noch zustimmen.
| Zucker je 100 ml | Steuer je Liter (laut Entwurf) |
|---|---|
| unter 5 g | keine |
| 5 g bis unter 8 g | 0,26 € |
| ab 8 g | 0,32 € |
Für die Bar wichtig:
- Laut Entwurf sollen auch Sirup und Konzentrate erfasst werden, die an die Gastronomie geliefert werden, zum Beispiel Postmix für die Zapfanlage. Besteuert werden sollen sie nach dem Mischverhältnis auf der Packung, also je Liter des fertigen Getränks. Auf einen Liter Sirup, aus dem viele Liter Getränk werden, kommt damit ein Vielfaches von 32 Cent.
- Ausgenommen sein sollen: alkoholhaltige Getränke, alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein und Sekt, alkoholfreie Cocktails, reine Säfte, Getränke mit Süßstoff (Zero, Light). Dazu kleine, unabhängige Hersteller bis 70.000 Liter im Jahr; eine Befreiung bis 1 Million Liter steht unter dem Vorbehalt der EU-Kommission.
- Klassische Coca-Cola hat 10,6 g Zucker je 100 ml und fiele damit in die obere Stufe: +0,32 € je Liter, also +6,4 Cent je 0,2-l-Glas und +3,8 Cent je 12 cl im Longdrink.
- Tonic, Ginger Ale, Bitter Lemon: Die Stufe hängt am Zuckergehalt auf dem Etikett. Ein Blick auf die Nährwerttabelle zeigt, ob 5 g oder 8 g überschritten sind.
Falls du irgendwo 38 Cent gelesen hast: Das stand in einem früheren Entwurf mit drei Stufen (Bericht vom 1. Oktober). Im Entwurf, den das Kabinett am 14. Oktober beschlossen hat, stehen 26 und 32 Cent.
3 · Coca-Cola: seit September teurer
Coca-Cola Europacific Partners, der Abfüller für Deutschland, hat zum 1. September 2026 die Abgabepreise für Handel und Gastronomie erhöht. Das Unternehmen selbst nennt einen „einstelligen Prozentbereich"; die Lebensmittel Zeitung berichtet von im Schnitt rund 3,5 %. Wie viel bei dir ankommt, hängt von deinem Händler und deinem Gebinde ab. Steht auf deiner Rechnung seit September ein anderer Preis, trag ihn in deine Kalkulation ein.
4 · Bier: noch kein Preisbrief für 2027 gefunden
In den Branchenmeldungen bis zum 20. Oktober haben wir keine Preiserhöhung einer großen Brauerei für 2027 gefunden. Das heißt nicht, dass keine kommt: Preisbriefe gehen oft direkt an die Kunden. Im Vorjahr kamen sie früher, Krombacher erhöhte zum 1. Oktober 2025, Veltins wenige Tage später. Wir schauen nach der Brau Beviale (10. bis 12. November, Nürnberg) wieder nach.
Drink der Woche: Cuba Libre
Rum und Cola, also beide geplanten Steuern in einem Glas. Beispielrechnung je Glas, netto:
| Zutat | Menge | Einkauf heute | ab 01.01.2027 (geplant) | ab 01.07.2027 (geplant) |
|---|---|---|---|---|
| weißer Rum, 37,5 % vol | 5 cl | 0,87 € | 0,92 € | 0,92 € |
| Cola mit Zucker | 12 cl | 0,15 € | 0,15 € | 0,19 € |
| Limettensaft | 1 cl | 0,07 € | 0,07 € | 0,07 € |
| Eis | 180 g | 0,16 € | 0,16 € | 0,16 € |
| Warenkosten je Glas | 1,25 € | 1,30 € | 1,34 € |
Rund 9 Cent mehr je Glas, wenn beide Steuern kommen und genau weitergegeben werden. Das sind 8,73 € mehr Einkauf je 100 Cuba Libre. Davon kommen 4,9 Cent aus der Rum-Steuer (ab Januar) und 3,8 Cent aus der Zuckersteuer (ab Juli).
Womit gerechnet ist: Rum mit 14,49 € je 0,7-l-Flasche (Normalpreis im Handel, kein Angebot), Cola mit 18 € je Kiste 12 × 1 l (Listenpreis vor September rund 17 €, plus Erhöhung, aufgerundet), beides durch 1,19 auf netto umgerechnet. Limette und Eis sind Blurko-Richtwerte. Kaufst du anders ein, ist deine Zahl eine andere: Jeder Euro netto mehr für die Rumflasche macht den Cuba Libre um rund 7 Cent teurer. Ohne Vorsteuerabzug (zum Beispiel als Kleinunternehmer) rechnest du mit Bruttopreisen, dann liegt alles rund 19 % höher.
Den Cuba Libre mit deinen eigenen Preisen rechnest du hier: blurko.com/rechner/cuba-libre — und wenn ein Preisbrief kommt, zeigt dir der Preiserhöhungs-Rechner, was er je Glas und je 100 Gläser kostet. Beides kostenlos, ohne Konto.
Termine
| Wann | Was |
|---|---|
| 9. November 2026 | Anhörung im Finanzausschuss zur Steuer auf Spirituosen und Sekt |
| 10.–12. November 2026 | Brau Beviale, Nürnberg |
| 12. November 2026 | Bereinigungssitzung im Haushaltsausschuss |
| 27. November 2026 | Verabschiedung des Haushalts 2027 im Bundestag geplant |
| 1. Januar 2027 | Steuer auf Spirituosen, Sekt, Likörweine +20 % (geplant) |
| 1. Juli 2027 | Zuckersteuer auf Cola, Limo, Sirup (geplant) |
Quellen (alle abgerufen am 22.10.2026)
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7860, Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes 2027 (Artikel 1, 2 und 10: Alkoholsteuer 1.303 → 1.564 € je hl reinen Alkohols, Schaumwein 136 → 163 € je hl, Inkrafttreten 01.01.2027) — dserver.bundestag.de/btd/21/078/2107860.pdf
- Deutscher Bundestag, hib 690/2026 vom 08.09.2026 „Alkoholsteuer soll um 20 Prozent angehoben werden" — bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1210796
- Deutscher Bundestag, hib 811/2026 vom 12.10.2026 (Anhörung Finanzausschuss am 09.11.2026) — bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1224338
- Deutscher Bundestag, „Der Weg zum Bundeshaushalt 2027 vom Entwurf zum Beschluss", Stand 12.10.2026 (Bereinigungssitzung 12.11., abschließende Beratung 24.–27.11., Verabschiedung 27.11.) — bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw34-haushalt-2027-ablauf-1187766 · dpa-AFX vom 17.10.2026 via marketscreener.com (Verschiebung nicht ausgeschlossen) · NWB vom 14.10.2026 (Termin für die 2./3. Lesung des Begleitgesetzes noch nicht veröffentlicht)
- Bundesministerium der Finanzen, Pressemitteilung vom 14.10.2026 zur Zuckergetränkesteuer (Stufen, Sirup und Postmix, Ausnahmen, Herstellerbefreiungen), wiedergegeben bei datev.de und datenbank.nwb.de/Dokument/1103500 · Bundesregierung, „Zuckergetränkesteuer soll Gesundheitssystem entlasten", 14.10.2026 — bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/zuckergetraenkesteuer-2457018
- EY-Steuernachricht „Zuckergetränkesteuer: Nächster Schritt auf dem Weg zum Gesetz" (Sirup nach Mischverhältnis) · Business Insider vom 01.10.2026 (früherer Entwurf mit 26/32/38 Cent; Coca-Cola klassisch 10,6 g Zucker je 100 ml) · tagesschau.de, Stand 14.10.2026
- dpa vom 02.07.2026 via handelsblatt.com „Coca-Cola erhöht erneut die Preise" (zum 01.09.2026, auch Gastronomie, einstelliger Prozentbereich) · Lebensmittel Zeitung vom 18.09.2026, zitiert bei web.de vom 18./23.09.2026 (im Schnitt rund 3,5 %, von CCEP nicht öffentlich bestätigt)
- getraenke-news.de, Nachrichtenübersicht, neueste Meldung 20.10.2026: keine Preisankündigung einer
Brauerei für 2027 · top agrar vom 13.06.2025 und WDR (Krombacher zum 01.10.2025, Veltins im Oktober
- · Termin Brau Beviale: Terminkalender getraenke-news.de und tickets.braubeviale.com
- Rumpreis: Normalpreis 14,49 € (0,7 l) im EDEKA-Prospekt KW 37/2026, über kaufda.de · Colapreis: Business Insider vom 02.07.2026 (Listenpreis rund 17 € für 12 × 1 l Mehrweg)
Der Preis-Radar fasst öffentliche Quellen zusammen. Er ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.